Mindestlohn – Wie ein neues Gesetz deinem Dienstplan dient | tift - Digitales Personalmanagement - Zeiterfassung und Dienstplanung
Gesetze und Finanzen spielen beim Mindestlohn eine wichtige Rolle

Mindestlohn – Wie ein neues Gesetz deinem Dienstplan dient

Die berühmten 8,50 Euro pro Stunde haben im letzten Jahr in den Medien für Aufsehen gesorgt. Der verbindliche Mindestlohn ist Anfang des Jahres in Kraft getreten. Aber was bedeutet er für die Dienstplanung?

 

Seit dem ersten Januar hat jeder Angestellte in Deutschland ein Recht auf mindestens 8,50 Euro pro Stunde. Naja, jeder auch wieder nicht. Aber immerhin gilt der Mindestlohn, der mit dem Mindestlohngesetz wirksam geworden ist, in vielen Fällen sogar für Praktikanten.

Auch Saisonarbeiter haben ein Anrecht auf Mindestlohn. Jugendliche unter 18 Jahren, die noch keine Berufsausbildung abgeschlossen haben, aber nicht. Ebenso wenig Langzeitarbeitslose im ersten halben Jahr ihrer Wiederbeschäftigung.

Außerdem gibt es in den Branchen, die schon in ihrem branchenbezogenen Tarifvertrag Mindestlöhne festgelegt hatten, eine Übergangsfrist bis Ende 2017. Das heißt etwa für Gebäudereiniger, Pfleger und auch Friseure, dass sie erst ab erstem Januar 2018 Anspruch auf mindestens 8,50 Euro haben.

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Zollverwaltung kontrolliert, ob Arbeitgeber die neuen Bestimmungen einhalten. Sie darf die Geschäftsräume des Betriebes betreten und Einsicht in Arbeitsverträge und Geschäftsunterlagen verlangen.

Bezahlt der Arbeitgeber seinen Angestellten den vorgeschriebenen Mindestlohn, muss er nicht mit Bußgeldern bis 500.000 Euro rechen.

Mindestlohn_Mindestlohn Preislabel

Mindestlohn für Schichtarbeit?

Der Gesetzgeber ist ja bekannt dafür, ein Gesetz mit so vielen Ausnahmen zu erlassen, dass am Ende nur noch Juristen durchblicken. Hier aber ist die Regelung relativ deutlich:

  • Unter den Mindestlohn fallen nur Zahlungen für eine „Normalarbeitsleistung“. Und unter „normaler Arbeit“ versteht er weder Überstunden noch Arbeitsstunden.
  • Unter besonderen Bedingungen versteht man Zuschläge für Sonn- und Feiertagsarbeit oder für Nacht- und Schichtarbeit.

Das heißt: Der „normale“ Monatslohn fällt unter das Gesetz, der Zuschlag für Schichtarbeit aber nicht! Auch Trinkgelder in der Gastronomie, bei Friseuren oder Taxifahrern werden nicht berechnet. Gleiches gilt für vermögenswirksame Leistungen.

Gewöhnlich vereinbaren Arbeitgeber und Arbeitnehmer einen Monatslohn. Dementsprechend ist auch der Mindestlohn nach Ablauf des Monats – also bis zum letzten Bankarbeitstag des Monats – zu bezahlen.

Und Überstunden?

Das gilt übrigens auch für die Vergütung der Überstunden. Die können allerdings auf ein Arbeitszeitkonto eingetragen werden, wenn der Arbeitslohn gleich bleibt. Diese Regelung muss im Vertrag festgehalten sein.

Die Plusstunden können innerhalb der nächsten 12 Monate durch bezahlten Urlaub oder die Zahlung des Mindestlohns ausgeglichen werden.

Mindestlohn_Dokumentationschaos

Personal planen und Schichten dokumentieren

Aber das Mindestlohngesetz hält noch eine andere Überraschung parat: Seit diesem Jahr ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Zeiten seiner Mitarbeiter innerhalb der nächsten sieben Kalendertage zu erfassen und zwei Jahre lang aufzubewahren.

Deshalb werden jetzt Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit genau festgehalten. Und das selbst bei geringfügig Beschäftigten – mit Ausnahme von einigen Gewerben, die da wären:

  • Bau

  • Gaststätten- und Beherbergung

  • Personenbeförderung

  • Spedition und Transport, Logistik

  • Schausteller

  • Forstwirtschaft

  • Fleischwirtschaft

  • Gebäudereinigung

  • Auf- und Abbau von Messen und Ausstellungen

Und mehr noch: Die sogenannte „Erweiterte Aufzeichnungspflicht“ bezieht sich auch auf Praktikanten. Sie sollen nun einen Praktikumsvertrag erhalten, in dem die Ziele, die Zeiten und die Vergütung des Praktikums festgehalten sind.

Bürokratie als Chance

Allein das Wort Dokumentationspflicht löst bei dem ein oder anderen sicher schon Schaum vor dem Mund aus. Jetzt muss man sich noch mehr mit unnötigen Papierkram beschäftigen, anstatt seine Zeit sinnvoll zu investieren. Muss man? Muss man nicht!

Man kann schließlich auch von der neuen Gesetzeslage profitieren. Die DEHOGA hat sich in einem Gespräch mit der Finanzkontrolle Schwarzarbeit und dem Bundesministerium für Arbeit und Finanzen einmal genauer über die Verpflichtung informiert.

Der Gesetzgeber schreibt nämlich nicht vor, dass sich die Dokumentation vom normalen Dienstplan unterscheiden muss oder wie sie auszusehen hat. Das heißt, der Planer ist ganz frei in der Wahl seiner Instrumente.

Mindestlohn_Planen mit tift

Digitale Dienstplaner als Helfer

Nun kann er sich das Leben schwer machen und zusätzlich zum normalen Dienstplan noch ein paar Excel-Tabellen erstellen, in denen er die Ist-Arbeitszeit nachträglich notiert.

Oder er kann mit einem Online-Tool in wenigen Schritten gleichzeitig den Dienstplan erstellen, seine Mitarbeiter informieren und mit ihnen die tatsächlichen Arbeitszeiten dokumentieren. Dabei lassen sich auch die maximalen Stunden der Mitarbeiter vom Programm kontrollieren.

Der Dienstplan ist online abrufbar, die Dokumentationspflicht ist erfüllt und die Arbeitszeiten immer parat, falls die FKS einmal zu Besuch kommt. So kann das neue Gesetz auch einen Impuls für mehr Effizienz im Arbeitsalltag geben.

Die Zeit ist reif für digitalen Service, der nicht nur die Planung der Zukunft vereinfacht und die Vergangenheit gut nachvollziehbar und berechenbar macht. Mit wenigen Klicks.

Mindestlohn muss nicht weh tun

Neue gesetzliche Rahmen können eine Chance zur Veränderung sein! Wenn Ihr bis jetzt noch keine Aufzeichnungen gemacht habt, versucht es mit Cloud-Software.

Verschwendet keine Zeit mit Lappalien. Investiert eure Energie lieber in Innovation. Damit werden Dienstplan und Anwesenheit automatisch dokumentiert. Es ermöglicht euch auch, mit einfachen Schritten allem gerecht zu werden, was der Gesetzgeber sonst noch alles verlangt. Wenn wir dir bei der Dienstplanung und Dokumentation helfen können, gib uns Bescheid. Bei Fragen zum Text, Mindestlohn oder Webservices wie tift kannst du uns jederzeit schreiben.

Dieser Text ist bietet keine vollständige und rechtssichere Anleitung oder Beratung. Wenn du ganz sicher gehen willst, sprich den Steuerberater oder Anwalt deines Vertrauens an. 

 

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