Produktive Mitarbeiter durch gesunde Dienstplanung
Eine Sonne vor kleinen Wolken symbolisiert die gesunde Dienstplanung

Gesund & munter – Produktive Mitarbeiter durch schmerzfreie Dienstplanung

Gesunde Mitarbeiter sind glückliche Mitarbeiter – und die sind schließlich die produktivsten. Schichtarbeit stellt ihre Gesundheit – sowohl körperlich als auch psychisch – vor eine Herausforderung. Hier ist eine gesunde Schichtplangestaltung gefragt – und vielleicht ein wenig Engagement.


Unser Körper mag Routine. Das liegt an der so genannten circadianen Rhythmik, die die Prozesse in unserem Organismus beschreibt. Der Tag-Nacht-Rhythmus ist dabei der bekannteste, weil wichtigste. Wird dieser Rhythmus gestört – wie es sich bei Schichtarbeit und gerade Nachtschicht nun einmal nicht vermeiden lässt – können gesundheitliche Risiken die Konsequenz sein. Auf der körperlichen Ebene sind mögliche Folgen:

  • Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Magenbeschwerden
  • erhöhter Blutdruck und Cholesterinspiegel
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Diabetes mellitus

 

Mitarbeiter mit Fieberthermometer

Die Internationale Agentur für Krebsforschung hat Schichtarbeit, die Nachtschichten enthält, 2007 sogar als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Die dauernde Müdigkeit – schlimmstenfalls in Kombination mit einem gestörten Sozialleben – hat auch seelische Konsequenten: Abgeschlagenheit und sogar Depressionen können auftreten. Was folgt, kann eine gesundheitliche Abwärtsspirale sein.

Gesunde Schichtsysteme als Lösung

Leider gibt es noch häufig den wöchentlichen Wechsel zwischen verschiedenen Schichten“, sagt Dr. Hans-Günter Weeß, Psychologischer Psychotherapeut und Schlafforscher am Pfalzklinikum „Das stresst den Körper aber am meis­­ten. Kaum hat er sich an einen Rhythmus gewöhnt, muss er sich schon wieder umstellen.“ Nach all diesen Horrormeldungen gibt es auch etwas Gutes: Du hast es in der Hand, die Schichten deiner Mitarbeiter so gesundheitsverträglich wie möglich zu gestalten. Mit der richtigen Einstellung und der passenden Software können auch Schichtarbeiter gesund und munter bleiben. Denn selbst belastende Berufe müssen nicht zwangsläufig gesundheitliche Probleme mit sich bringen: Spaß an der Arbeit und ein angenehmes Umfeld sind entscheidende Faktoren. Ebenso wie ein guter Chef, der seine Mitarbeitern Wertschätzung entgegenbringt. Das tut der Arbeiterseele nämlich genauso gut wie dem Betriebsklima an sich.
Für die Produktivität deines Unternehmens sind gesunde Mitarbeiter wichtig. Sie sind motivierter und auch die Mitarbeiterfluktuation hält sich in Grenzen – was allen Zeit und Nerven spart.

Schlafender Mitarbeiter

Schichten mischen

Um gesundheits- und sozialverträgliche Schichten einzuteilen, hat die GAWO arbeitswissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse herausgebracht. Außerdem gibt es Leitfäden, mit denen man messen kann, wie gesund die Schichten (Link zum vorherigen Blogtext) verteilt sind. Denn dass kurzfristige Planung, Teildienst, Doppelschichten und Überstunden schlecht sind, weiß jeder. Aber wie kann man eigentlich das Schichtsystem optimieren?

Vorwärts rotierende Schichten!

Die Rhythmus Frühschicht-Spätschicht-Nachtschicht kommt unserem Körper eher entgegen als anders herum. Er bewirkt, dass wir den Tag besser nutzen und als angenehmer empfinden. Die Pausen dazwischen tun Körper und Geist gut. Beispiel: Wenn beim Wechsel von Früh auf Früh die Arbeitspause 16 Stunden beträgt, so ist sie beim Wechsel von Früh auf Spät schon 24 Stunden lang.

Schnell im Schichtwechsel

Schnellere Schichtwechsel helfen dabei, das Schlafdefizit gering zu halten. Außerdem kommt es den sozialen Bedürfnissen entgegen. Bei einer ganzen Woche Früh- oder Spätschicht liegt das soziale Leben sonst lahm.

Anhäufung von Arbeitstagen vermeiden

Wie auch in einem normalen 9-to-5-Job sollte auch in der Schichtarbeit die Anzahl der aufeinanderfolgenden Arbeitstage 5 nicht überschreiten. Jeder Tag darüber hinaus macht müde und unproduktiv.

Schwere Schichtarbeit zählt

Natürlich kommt es auch darauf an, welche Art von Arbeit verrichtet wird. Schwere körperliche Arbeit oder hohe Konzentration bringen den Mitarbeiter schneller an seine Grenzen; die Arbeit in der Nacht ist ohnehin eine hohe Belastung. Grund genug, um diese Schichten kürzer zu halten als andere.

8 Stunden Schicht sind genug

Schichten mit mehr als 8 Stunden sollten die Ausnahme bleiben. Alles was darüber hinausgeht, führt zu überdurchschnittlicher Ermüdung. Außerdem steigt das Risiko für Unfälle auf dem Nachhauseweg.

Schichtarbeit würdigen

Weil Schichtarbeit eine Mehrbelastung für Körper, Seele und Sozialleben bedeutet, ist es fair, wenn die Mitarbeiten in Schichten kürzere Arbeitszeiten als ihre tagarbeitenden Kollegen haben.

Wochenende!

Das versteht sich eigentlich von selbst: Geblockte Freizeit am Wochenende ist besser als einzelne Tage. Das macht das gesellschaftliche Leben leichter und ermöglicht gute Erholung.

Kleine Zahl von Nachtschichten

Eine ganze Woche Nachtschicht ist hart – der Körper braucht danach drei bis vier Tage, um sich wieder an de normalen Rhythmus zu gewöhnen. Eine einzelne Nachtschicht hingegen steckt er meist locker weg. Darum: Wenige Nachtschichten bedeuten ein kleineres Schlafdefizit.

Nachtschicht früh beenden

Unser Körper neigt dazu, auch nach einer durchwachten Nacht nur bis mittags zu schlafen. Wenn die Nachtschicht zwischen 5 und 6 Uhr endet, ist noch genug Schlaf drin, ab 7 Uhr wird es kritisch.

Ruhe nach der Nachtschicht

Idealerweise folgt auf eine Nachtschicht einen Tag Auszeit, auf zwei oder drei Nachtschichten zwei freie Tage. So kann der Schichtarbeiter sein Schlafdefizit schnell wieder aufholen – und hat dank eines zusammenhängenden Freizeitblocks auch Zeit für Familie und Freunde.

Wenige Frühschichten nacheinander

Natürlich – die Empfehlung lautet, früher ins Bett gehen, wenn die Frühschicht ansteht. Aber ehrlich, wer schafft das schon? Der gewohnte Rhythmus und das soziale Umfeld machen es schwer, früher als gewöhnlich ins Bett zu gehen. Weil ein Schlafdefizit sonst vorprogrammiert ist, sollte die Zahl aufeinanderfolgender Frühschichten 3 nicht übersteigen.

Nicht zu früh…

Klingt paradox, aber die Frühschicht sollte, wenn möglich, am besten nicht vor 6 Uhr beginnen. Frühere Frühschichten erhöhen die Gefahr für Verspätungen und Wegeunfälle.

…und nicht zu spät

Dementsprechend sollte sich die Spätschicht aber auch nicht bis in die tiefe Nacht hineinziehen. Bis 22 Uhr ist ideal, um den sozialen Bedürfnissen entgegenzukommen. Am Wochenende wird 18 Uhr empfohlen.

Ein Abend frei

Auch zwischen Montag und Freitag sei dem Schichtarbeiter ein freier Abend gegönnt – um die Kinder ins Bett zu bringen oder den Freunden sein Gesicht in Erinnerung zu rufen.

Überschaubares Schichtsystem

12 Wochen Planungssicherheit im Voraus ist die arbeitswissenschaftliche Empfehlung. Auch das macht es leichter, Arbeit und Leben unter einen Hut zu kriegen.

Kurzfristige Änderung meiden

Die Freizeit rund um Familie, Freunde und Hobbys zu gestalten, ist für Schichtarbeiter schon schwer genug. Um es ihnen nicht noch schwerer zu machen, sollten Pläne nicht noch in letzter Minute geändert werden. Aber…

Flexibel bleiben

Lieber auf individuelle Bedürfnisse wie Kindergartenzeiten, Anfahrtswege, etc. eingehen als auf starren Anfangszeiten zu beharren. Auch Schichttausch oder Freischichtkonten bieten sich an. Wahlmöglichkeiten zwischen Schichtmodellen verbessern die Vereinbarkeit von Beruf und sozialen Interessen.

Lachender Gastronom

Engagement für gesunde Schichtarbeiter

Um all diese Empfehlungen bei der Dienstplanung zu beachten, bietet sich Software an, die faire und ausgeglichene Schichten verteilt. Damit ist der größte Schritt getan. Dass Schichtarbeit nicht besonders gesund ist, wissen wir. Aber wenn man verschiedene Faktoren in Betracht zieht, muss sie auch nicht unbedingt schädlich sein.

Was zählt, ist ein Vorgesetzten, der seine Mitarbeitern wertschätzt und ihre körperlichen und sozialen Bedürfnisse so gut es geht im Schichtsystem beachtet. Das sorgt nicht bloß für höhere Produktivität dank konzentrierter Arbeit. Es schafft auch eine Atmosphäre des Vertrauens, in der alle leichter Arbeiten können. In Endeffekt bedeutet das: Weniger Stress, weniger Ausfall und vor allem: Mitarbeiter, die langfristig bleiben. Schließlich ist es leichter, mit erfahrenen Kollegen zu arbeiten, als ständig neue einzustellen und anzulernen.

Was tut ihr, um Mitarbeiter so einzusetzen, dass Zufriedenheit und Produktivität Hand in Hand gehen? Welche Tipps lassen sich im Alltag wirklich umsetzen? Schreibt uns über post@tiftapp.com. Wir freuen uns auf eure Inspiration!

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